Die Einführung dynamischer Netzentgelte birgt aus Sicht von Energy Traders Deutschland Chancen und Risiken. Bei richtiger Ausgestaltung besteht das Potential, die Kosten der Netzbetreiber im Zusammenhang mit dem Netzengpassmanagement zu reduzieren. Es besteht aber auch das Risiko, dass dieser Effekt ausbleibt und dadurch die Funktionsfähigkeit der Märkte eingeschränkt wird. Es fehlt bislang eine fundierte, datenbasierte Kosten-Nutzen-Analyse, die die tatsächlichen Effekte auf Netzengpassmanagement und Gesamtkosten transparent macht – eine unverzichtbare Grundlage für eine verantwortungsvolle Reform. Denn die praktische Umsetzung ist komplex: Netzbetreiber und Marktteilnehmer stehen vor großen Herausforderungen bei Parametrisierung, Prognose und technischer Ausstattung. Statt einer vollständigen Dynamisierung erscheint zunächst eine behutsame Weiterentwicklung pauschaler Lösungen sinnvoller, die auch zeitvariabel und symmetrisch ausgestaltet werden können. Kritisch bewerten wir Überlegungen, Erzeuger und Speicher stärker mit Netzentgelten zu belasten, da dies Investitionen und den dringend notwendigen Ausbau beeinträchtigen könnte. Wichtig – auch für den langfristigen Energiehandel – sind zudem Markttransparenz und Planbarkeit. Sollten dynamische Netzentgelte eingeführt werden, ist eine frühzeitige Veröffentlichung der Entgelte spätestens vor Day-Ahead-Auktion und Regelenergieausschreibung unabdingbar.
Stellungnahme von EFET Deutschland - Verband Deutscher Energiehändler e. V. zum Festlegungsverfahren AgNes der Bundesnetzagentur – hier: Orientierungspunkte „Dynamische Netzentgeltkomponente“ vom 17.12.2025 zum Download: