StellungnahmeStrommarkt

Netzanschlusspaket: Mehr Digitalisierung und Planungssicherheit gefordert – Energiehandel kritisiert Redispatch-Vorbehalt und unklare FCAs

22-07-2026

Energy Traders Deutschland unterstützt die geplanten Verbesserungen im Netzpaket, wie digitale Prozesse und verbindlichere Fristen für den Netzanschluss. Der Energiehandel lehnt den geplanten Redispatch-Vorbehalt jedoch ab, da dieser erhebliche Risiken für Stromhandelsmärkte, Investitionssicherheit und die wirtschaftliche Tragfähigkeit neuer Projekte birgt. Dem Instrument mangelt es Transparenz und Marktkompatibilität. Unvorhersehbare und entschädigungslose Abregelungen erschweren das Hedging und schwächen die Absicherungsfunktion des Terminmarktes, was langfristige Verträge (z. B. PPAs) für Windparks und Gaskraftwerke unattraktiv macht. Um Engpässe in den Verteilnetzen zu identifizieren und vorhandene Netzkapazitäten besser auszuschöpfen, sind Digitalisierung und Echtzeitdaten entscheidend. Ebenso ist Netzausbau erforderlich, um Netzengpässe zu überwinden. Transparenz über die betroffenen Netzbereiche und deren Digitalisierung sind erste notwendige Schritte. FCAs sollten jedoch nur mit klaren Grenzen eingesetzt werden. Dazu gehört die Festlegung von Mindeststandards durch die Bundesnetzagentur, die Begrenzung der Möglichkeiten für Netzbetreiber-Eingriffe und die Nutzung von FCAs als Option, jedoch nie als Voraussetzung für einen Netzanschluss. Auch mit Standard-FCAs bleibt Netzausbau unverzichtbar.

Stellungnahme zur Verbändeanhörung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Änderung des Energiewirtschaftsrechts zur Synchronisierung des Anlagenzubaus mit dem Netzausbau sowie zur Verbesserung des Netzanschlussverfahrens (Netzanschlusspaket) vom 17.07.2026

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