Energy Traders Deutschland steht der geplanten Einführung von Einspeisenetzentgelten kritisch gegenüber, da diese die Netzkosten nicht verursachungsgerecht zuordnen und Engpässe kaum lösen können. Die Hauptkostentreiber, wie der Netzausbau und systemische Engpässe, sind kaum durch die Erzeuger beeinflussbar. Solche Entgelte verlagern daher vor allem Kosten und können die Strompreise erhöhen. Auch in Finanzierungsentgelten für Stromspeicheranlagen sieht der Energiehandelsverband ein Hemmnis für Flexibilität und deren systemdienliche Einbringung. Baukostenzuschüsse für Speicheranlagen etwa, können ein geeignetes Instrument zur netzdienlichen Steuerung der räumlichen Verteilung von Neuanlagen sein. Im Festlegungsentwurf der BNetzA ist positiv hervorzuheben, dass diese Entgelte auf Leistung statt auf Arbeit erhoben werden sollen, um Verzerrungen zu vermeiden. Bei richtiger Ausgestaltung haben dynamische Netzentgelte das Potenzial, die Effizienz im Netzengpassmanagement zu steigern. Doch weiterhin fehlt eine fundierte Kosten-Nutzen-Analyse. Anstelle einer vollständigen Dynamisierung empfehlen wir eine schrittweise Weiterentwicklung pauschaler Lösungen. Wichtig – auch für den langfristigen Energiehandel – sind zudem Transparenz und Planbarkeit, etwa durch die frühzeitige Veröffentlichung der Entgelte. Daher wird die Einrichtung einer ÜNB-Plattform für Preissignale sowie eines Mediums zur Netzengpass-Transparenz begrüßt. In der passenden Umsetzung bieten sie den Marktteilnehmern eine bessere Entscheidungsgrundlage.
Stellungnahme zum Festlegungsentwurf AgNES der Bundesnetzagentur vom 6. August 2026