StellungnahmeStrommarkt

Netzentwicklungsplan: Energiehandel fordert mehr Transparenz & Marktorientierung beim NEP 2037

24-08-2026

Der Netzentwicklungsplan (NEP) ist ein zentrales Steuerungsinstrument für den zielgerichteten Ausbau des Übertragungsnetzes. Sein Ziel sollte es sein, Engpässe zu vermeiden oder zu überwinden und gleichzeitig die Funktionsfähigkeit des Strommarktes zu gewährleisten. Energy Traders Deutschland kritisiert den vorgelegten Entwurf jedoch aufgrund der mangelnden Transparenz bei der Umwandlung von Einspeise- und Verbrauchsdaten in konkrete Kapazitätsberechnungen. Der NEP muss als verlässliche Grundlage für Investitionsentscheidungen verwendet werden können. Doch derzeit bleiben zentrale Annahmen, Eingriffsmöglichkeiten der Netzbetreiber und Marktmechanismen unklar oder widersprüchlich. Aus Sicht der Energiehändler fehlt eine nachvollziehbare Darstellung, wie der Netzentwicklungsplan Engpässe präventiv vermeiden bzw. überwinden und gleichzeitig marktbasierte Flexibilität fördern soll. Besonders problematisch sind fehlende Anreize für Speicherlösungen und die unzureichende Begrenzung von Eingriffen der Netzbetreiber in Drittanlagen, die zu Marktverzerrungen führen könnten. Statt kurzfristiger Lösungen braucht es klare, transparente Regeln und eine höhere Verbindlichkeit des Netzausbaus, um energiewirtschaftlich sinnvolle Investitionen zu sichern. Der Verband der Energiehändler fordert daher eine Präzisierung der Planungsgrundlagen und eine Begrenzung diskretionärer Eingriffe, um das marktbasierte System zukunftsfähig zu halten. Nur auf einer realistischen und transparenten Grundlage kann eine volkswirtschaftlich tragfähige Netzplanung gelingen.

Stellungnahme zur BNetzA-Konsultation vom 12. Juni 2026 zum zweiten Entwurf des Netzentwicklungsplans der Übertragungsnetzbetreiber zum Ausbau des Stromnetzes bis zu den Jahren 2037 und 2045 (NEP 2037)

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